Kurze Geschichte der deutschen Botschaft Phnom Penh

Deutsche Botschaft Phnom Penh Bild vergrößern Deutsche Botschaft Phnom Penh (© @Deutsche Botschaft Phnom Penh)

Seit Mitte der fünfziger Jahre gibt es offizielle Kontakte der Bundesrepublik Deutschland zu Kambodscha, die 1960 und 1962 zu ersten Übereinkommen über wirtschaftliche Zusammenarbeit führten. Im Jahre 1964 wurde eine Vertretung der Bundesrepublik in Phnom Penh eingerichtet. Sie war im „Wooden House“ in der 214. Straße untergebracht. Am 15. November 1967 erfolgte die Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Kambodscha auf Botschafterebene. Diese waren jedoch nur von kurzer Dauer, denn am 08. Mai 1969 nahm Kambodscha diplomatische Beziehungen zur DDR auf und brach danach am 11. Juni 1969 die Beziehungen völlig ab. Frankreich übernahm die Schutzmachtvertretung für Deutschland, drei deutsche Diplomaten arbeiteten weiterhin innerhalb der französischen Botschaft.

Am 15. März 1975, einen Monat vor der Machtübernahme der Roten Khmer, verließ der letzte deutsche Diplomat unter schwierigsten Bedingungen das Land. Die Evakuierung der französischen und besonders der amerikanischen Botschaft, nur ein paar Tage vor dem Fall Phnom Penhs am 17. April 1975, wurde zu einem erschütternden Drama vor allem für die zurückbleibenden kambodschanischen Mitarbeiter.

Unter Pol Pot gab es nur eine handvoll Botschaften und Konsulate sozialistischer Staaten in Kambodscha, die unter schwierigsten Bedingungen arbeiteten. Alle einheimischen Mitarbeiter der deutschen Vertretung wurden auf Grund ihrer Fremdsprachenkenntnis und ihres hohen Bildungsstandes von den Khmer Rouge ermordet. Ihre Angehörigen, sofern sie nach dieser kambodschanischen Tragödie noch auffindbar waren, bekommen heute noch eine kleine Rente von der Bundesrepublik.

Nach der Invasion Vietnams am 07.01.1979 unterhielt nur die DDR eine Botschaft in Kambodscha.

Vom 19. Juli 1991 bis zum 13. Februar 1992 wurden die Interessen des wiedervereinigten Deutschlands im Rahmen der Schutzmachtvertretung von Ungarn wahrgenommen. Ab dem 14. Februar 1992 – während der Zeit der VN Übergangsverwaltung - unterhielt Deutschland in Phnom Penh eine eigene Vertretung bei dem Obersten Nationalrat, dem Organ der Parteien der Pariser Übereinkommen. 

Nach Abschluss der Wahlen und Bildung einer frei gewählten kambodschanischen Regierung hat die Bundesrepublik zum 3. Oktober 1993 die vollen diplomatischen Beziehungen zum Königreich Kambodscha wieder aufgenommen und unterhält seither eine Botschaft in Phnom Penh, in der 214. Straße im Gebäude der früheren DDR-Vertretung.

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