Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Entwicklungszusammenarbeit

Kambodscha zählt mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 801 US-Dollar (2010) zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Erde. 27% der Kambodschaner lebt unterhalb der Armutsgrenze, davon die große Mehrheit auf dem Land. Dabei ist Kambodscha ein sehr junges Land: Zirka ein Drittel der ca 14,3 Mio. Einwohner ist unter 14 Jahre alt. Noch immer sind 37 Prozent der Kinder chronisch unterernährt.

Im Rahmen der letzten Konferenz der kambodschanischen Regierung mit den Geberstaaten (Cambodian Development Cooperation Forum) wurden für 2010 Auszahlungen von insgesamt 1 Mrd USD in Aussicht gestellt. Die EU mit insgesamt 255 Mio US-Dollar ist der größte Partner in der Entwicklungszusammenarbeit mit Kambodscha. Innerhalb der EU zählt Deutschland neben Frankreich und Großbritannien zu den größten europäischen Gebern. Größter bilateraler Geber ist - gemessen an Auszahlungen – Japan, gefolgt von China, den USA und an vierter Stelle Deutschland.

Im Rahmen der letzten deutsch-kambodschanischen Regierungsverhandlungen zur entwicklungspolitischen Zusammenarbeit wurde für den Zeitraum 2009/2010 eine Summe von 34 Mio € zugesagt. Die Schwerpunkte der mit der kambodschanischen Regierung vereinbarten bilateralen Entwicklungszusammenarbeit sind:

- ländliche Entwicklung und

- Stärkung des Gesundheitswesens.

Übergreifend liegt ein besonderes Augenmerk auf der Förderung der Demokratie, des Ausbaus der Zivilgesellschaft, sowie der öffentlichen Verwaltung und guter Regierungsführung (good governance). Diese Ziele bilden einen festen Bestandteil aller geförderten Projekte, sind aber auch Gegenstand eigenständiger Programme. Alle Maßnahmen dienen der maßgeblichen Armutsbekämpfung, dem übergeordneten Ziel der kambodschanisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Seit 1996 hat die Bundesregierung Kambodscha 16,5 Mio € zur Beseitigung von Landminen zur Verfügung gestellt.

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Schwerpunkt Stärkung des Gesundheitswesens / Soziale Absicherung im Krankheitsfall

Auch das kambodschanische Gesundheitssystem litt unter dem Regime der Roten Khmer. Die medizinische Versorgung brach zusammen, fast alle Krankenhäuser wurden zerstört und die Ärzte getötet. Damit verschlechterte sich die Gesundheitssituation in Kambodscha drastisch, was sich in der geringen Lebenserwartung der Kambodschaner von rund 62 Jahren und einer im regionalen Vergleich hohen Müttersterblichkeit niederschlägt. Die kambodschanische Regierung hat mit Unterstützung der internationalen Entwicklungspartner eine Strategie für die Reform des Gesundheitssektors entwickelt. Ziel der Maßnahmen ist die Bereitstellung einer angemessenen Gesundheitsbasisversorgung, insbesondere für die arme Bevölkerung. Die Reduzierung des Bevölkerungswachstums, die Eindämmung von Infektionskrankheiten wie Malaria und Tuberkulose sowie die Senkung der HIV Infektionsrate sind von großer Bedeutung. Übergreifende Aufgabe ist, die Gesundheitssituation von Frauen und Kindern zu verbessern. Die kambodschanisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf die Ausbildung von Gesundheitspersonal und auf die Einführung von Qualitätsstandards für öffentliche und private Gesundheitseinrichtungen. Zudem soll über verschiedene Finanzierungsmechanismen der Zugang zu Gesundheitsdiensten und die soziale Absicherung im Krankheitsfall verbessert werden. Auch im Bereich Familienplanung und Mutter-Kind-Gesundheit leistet Deutschland technische und finanzielle Unterstützung.

Schwerpunkt Ländliche Entwicklung

80 Prozent der kambodschanischen Bevölkerung lebt auf dem Land. Gerade hier ist die Armut besonders stark ausgeprägt. Daher konzentriert sich die Entwicklungszusammenarbeit dort vermehrt auf Initiativen zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommensmöglichkeiten. Der Schwerpunkt Ländliche Entwicklung umfasst neben der Unterstützung der regionalen Wirtschaftsentwicklung auch die Unterstützung bei der Reform von Landnutzungsrechten sowie den Ausbau der ländlichen Infrastruktur.

Seit 1995 wird – anfangs in Selbsthilfe, später durch lokale Bauunternehmen - das Straßen- und Wegenetz in ländlichen Gebieten ausgebaut. Ganzjährig befahrbare Straßen erleichtern den Transport von Menschen und Gütern in den abgelegenen Gebieten. In vielen Fällen wird dadurch der Zugang zu Märkten, Schulen und Gesundheitseinrichtungen erst ermöglicht. Durch die Baumaßnahmen konnten beispielsweise die Einschulungsquoten und das Einkommen vieler Menschen in strukturschwachen Gebieten erhöht werden.    

Weiterhin bleibt die Umsetzung des 2001 verabschiedeten kambodschanischen Landgesetzes wesentlicher Bestandteil der deutsch-kambodschanischen Entwicklungszusammenarbeit. Das Recht auf privaten Grundbesitz existiert in Kambodscha seit 1989. Während des Regimes der Khmer Rouge wurden zuvor jedoch alle Katasterunterlagen vernichtet. Bis heute sind rechtskonforme Ansprüche auf bewirtschaftete Böden nicht umfassend erfasst und anerkannt. Da die Mehrheit der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt, ist der gesicherte Zugang zu Land von existenzieller Bedeutung. Um wirtschaftliches Wachstum sichern zu können und die Armut zu reduzieren, muss bei der Vergabe von Landtiteln und Konzessionen Transparenz, Verantwortlichkeit und Nachhaltigkeit der Nutzung gewährleistet sein. Des Weiteren ist eine Verbesserung der Lebensbedingungen und Klärung der Landrechte innerhalb der zahlreichen informellen städtischen Siedlungen notwendig. In diesem Sinne unterstützt die Bundesregierung, sowohl finanziell als auch personell, die Landsektorreform in Kambodscha.

Projektbeispiele

Anschluss an die Welt

Das Recht auf Eigentum verankern

Entwicklungszusammenarbeit

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Wichtiger Hinweis:

AKTUELLE INFORMATION ZU KLEINSTPROJEKTEN DER BOTSCHAFT

Die Botschaft bedauert, dass im Jahr 2013 keine Kleinstprojekte durchgeführt werden können.

Bitte beachten Sie Hinweise zu Mitte des Jahres bezüglich einer Wiederaufnahme der Kleinstprojektförderung für das Jahr 2014.