Angkor Wat - die größte und bekannteste Tempelanlage in Kambodscha. So gigantisch
das Bauwerk in Gänze, so zierlich sind die Einzelheiten. Angkor steht für die Größe und
Blütezeit des Khmerreiches. Aber die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen, und die Tempel
drohen zu zerfallen. Das soll verhindert werden - auch mit deutscher Hilfe. Hier am
Eingangsportal sind Arbeiter des German Apsara Conservation Projects, kurz GACP,
damit beschäftigt, die Oberfläche zu erhalten. Umwelteinflüsse und fehlerhafte
Restaurierung setzen dem Bauwerk zu. Allein die Reinigung ist kompliziert.
O-TON Luy Sophors, GACP Site Manager:
«Das hier ist jetzt die letzte Sektion der Konservierung. Wir wollen diese kleinen Risse hier
füllen. Das sind sehr komplizierte Schäden. Wir waschen die Stelle mit Wasser und
müssen dann einige Minuten warten. Wir wollen nur die Risse reinigen und nicht das
ganze Relief.»
So originalgetreu wie möglich, das ist das Ziel der Arbeiter. Und dafür wird geforscht,
gesiebt und gemischt - im eigenen Labor. Denn Sand ist nicht gleich Sand.
O-TON Luy Sophors, GACP Site Manager:
«Der hier ist noch nicht sauber genug. Also müssen wir ihn wieder und wieder sieben, bis
wir die Größe haben, die wir brauchen.»
Über alle Arbeiten wird minutiös Buch geführt. Regelmäßig wird ein Update nach
Deutschland geschickt und erreicht dort Hans Leisen. Er ist der Projektleiter.
O-TON Prof. Hans Leisen, Projektleiter:
«Wir haben 1997 zum ersten Mal kambodschanische Mitarbeiter eingestellt und in diesen
speziellen Konservierungstechniken ausgebildet und sukzessive die gesamte Infrastruktur
aufgebaut, die man dazu braucht.»
Hans Leisen ist mit einem Team von Studenten selbst regelmäßig vor Ort, um die Arbeiten
zu begleiten und neue kambodschanische Kräfte auszubilden.15 Einheimische arbeiten
inzwischen direkt am Tempel, finanziert durch das Auswärtige Amt, im Rahmen des
Kulturerhaltprogramms.
O-TON Prof. Hans Leisen, Projektleiter:
«Das ist schon identitätsstiftend. Unsere Leute sind insbesondere auch stolz, dass sie
etwas lernen, was hilft, diese Tempel zu erhalten, was aber auch sehr anspruchsvoll ist.
Das heißt, sie sind nicht nur Arbeiter sind, sondern Konservatoren oder Restauratoren, die
ganz spezielle Techniken und Methoden lernen. Und sie lernen mit diesen Materialien, die
nicht einfach zu handhaben sind, auch umzugehen.»
Die Arbeiten am Angkor Wat sind eine Generationenaufgabe und ein Erfolgsmodell. Das
German Apsara Conservation Project zählt zu den erfolgreichsten Kulturerhaltprojekten
der Bundesregierung. Und es geht um viel mehr als den Erhalt eines Bauwerks